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Depot 2026: Kosten, Schutz und Steuern

Was ein Depot kostet, wem Ihre Wertpapiere im Ernstfall gehören und was das Finanzamt davon bekommt

BaFin (Finanzaufsicht)

Ein Wertpapierdepot brauchen Sie für den Kauf von Aktien, ETFs und Fonds. Der Einstieg ist so günstig wie nie, aber die Kostenmodelle unterscheiden sich stark — und das Entscheidende steht selten in der Werbung: Ein Depot ohne Ordergebühr verdient anderswo. Diese Seite zeigt, welche Kostenarten es gibt, was Ihre Wertpapiere im Insolvenzfall schützt und wie Kapitalerträge besteuert werden.

Letzte Aktualisierung6. September 2026
Art der AnwendungInteraktiver Vergleich
Verifiziert vonTeam AmtsDeutschland.de
Verfasst und geprüft vonAndrés Sánchez Botta
Dieser Vergleich dient der Information. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an die jeweiligen Anbieter oder einen Fachberater. Wir sind weder Rechtsanwälte noch Steuerberater: wir dokumentieren Behördengänge und prüfen die Angaben gegen die amtliche Quelle — das ist Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.
Kosten

Warum diese Seite keine Ordergebühren nennt

Broker-Preise sind Aktionspreise mit Bedingungen: kostenlos ab einem Mindestvolumen, kostenlos im ersten Jahr, kostenlos nur an einem Handelsplatz. Ein einzelner Betrag pro Anbieter lässt genau diese Bedingungen weg.

KostenartWofür sie anfälltWorauf Sie achten
DepotführungVerwahrung der WertpapiereHäufig nur unter Bedingungen kostenlos: Mindestumsatz pro Quartal, Sparplan, Gehaltseingang. Was gilt, wenn Sie ein Jahr nichts tun?
OrdergebührJeder Kauf und VerkaufFester Betrag, Prozentsatz oder beides mit Minimum und Maximum. Bei kleinen Ordern entscheidet das Minimum, bei großen der Prozentsatz.
HandelsplatzentgeltGebühr der Börse selbstKommt zur Ordergebühr hinzu und fällt bei außerbörslichem Handel oft weg — dafür verdient der Broker dort am Spread.
SpreadAbstand zwischen An- und VerkaufskursDer unsichtbarste Kostenblock. Ein Broker ohne Ordergebühr kann über einen breiteren Spread mehr verdienen als einer mit.
SparplanausführungJede automatische RateBei kleinen Raten fällt eine feste Gebühr prozentual stark ins Gewicht. Rechnen Sie sie auf die Rate um.
Fremdkosten und WährungAuslandsbörsen, Dividenden in FremdwährungUmrechnungsentgelte und Fremdkostenpauschalen stehen im Preis- und Leistungsverzeichnis, nicht in der Werbung.
Schutz & Steuern

Was gilt, unabhängig vom Anbieter

Diese Regeln stehen im Gesetz und ändern sich nicht mit dem nächsten Aktionsangebot. Sie sind der belastbare Teil jeder Depotentscheidung.

Ihre Wertpapiere sind keine Einlage — und das ist gut so

Wertpapiere im Depot bleiben Ihr Eigentum; die Bank verwahrt sie nur. Wird der Broker insolvent, fallen sie nicht in die Insolvenzmasse, sondern werden ausgesondert. Deshalb greift für sie auch keine Einlagensicherung — sie brauchen keine. Anders das Verrechnungskonto: Guthaben darauf ist eine Einlage und nach § 8 EinSiG auf 100.000 € je Einleger und Institut geschützt. Wer größere Beträge längere Zeit unangelegt liegen lässt, sollte das wissen.

Sparer-Pauschbetrag: 1.000 €, und er verfällt jährlich

Nach § 20 Abs. 9 EStG bleiben 1.000 € Kapitalerträge im Jahr steuerfrei, bei zusammen veranlagten Ehegatten 2.000 €. Wirksam wird das nur mit einem Freistellungsauftrag bei der Bank — ohne ihn wird die Steuer einbehalten und Sie holen sie erst mit der Steuererklärung zurück. Bei mehreren Depots verteilen Sie den Betrag; die Summe aller Aufträge darf den Pauschbetrag nicht übersteigen.

Der Depotübertrag ist kein Grund zu bleiben

Wertpapiere lassen sich zu einem anderen Broker übertragen, ohne sie zu verkaufen — die Anschaffungsdaten wandern mit, sodass keine Steuer ausgelöst wird. Fragen Sie den abgebenden und den aufnehmenden Broker vorher nach dessen Konditionen und danach, ob die Anschaffungsdaten vollständig übermittelt werden. Fehlen sie, setzt das Finanzamt eine Ersatzbemessungsgrundlage an, und Sie zahlen zu viel, bis Sie es korrigieren.

«Kostenlos» heißt selten kostenlos. Ein Broker ohne Ordergebühr verdient anderswo: am Spread, an Zahlungen des Handelsplatzes für die Weiterleitung Ihrer Order, an Fremdwährungsentgelten oder an der Zinsmarge des Verrechnungskontos. Das ist nicht anrüchig, aber es gehört in die Rechnung.
Vergleichsportale werden pro Depoteröffnung vergütet. Die Reihenfolge einer Broker-Liste bildet deshalb nicht zwingend die Günstigkeit ab. Prüfen Sie die Kosten immer im Preis- und Leistungsverzeichnis des Anbieters selbst — das ist das verbindliche Dokument.
Häufig gestellte Fragen

Häufige Fragen zum Depot-Ratgeber

Was kostet ein Depot?

Das hängt vom Anbieter und vom Kostenmodell ab und ändert sich laufend, deshalb nennt diese Seite keine Beträge. Prüfen Sie stattdessen sechs Positionen im Preis- und Leistungsverzeichnis: Depotführung (und unter welchen Bedingungen sie entfällt), Ordergebühr mit Minimum und Maximum, Handelsplatzentgelt, Spread, Sparplanausführung und Fremdwährungsentgelte. Das Preis- und Leistungsverzeichnis ist das verbindliche Dokument, nicht die Werbeseite.

Was ist ein ETF-Sparplan?

Ein ETF-Sparplan investiert automatisch monatlich einen festen Betrag (ab 1 €) in einen börsengehandelten Indexfonds (ETF). Beispiel: 200 €/Monat in einen MSCI-World-ETF investiert breit gestreut in über 1.500 Unternehmen weltweit. Über 15–20 Jahre ergibt sich historisch eine durchschnittliche Rendite von ca. 7–8% p.a.

Ist mein Geld beim Broker sicher?

Ja. Wertpapiere (Aktien, ETFs) sind Sondervermögen und gehören Ihnen — nicht dem Broker. Bei einer Insolvenz des Brokers können Sie Ihre Wertpapiere einfach zu einem anderen Broker übertragen. Bargeld auf dem Verrechnungskonto ist durch die Einlagensicherung bis 100.000 € geschützt. Alle deutschen Broker unterliegen der BaFin-Aufsicht.

Neobroker oder klassischer Broker?

Neobroker sind app-basiert, führen das Depot meist ohne Grundgebühr und bieten dafür nur ein bis zwei Handelsplätze an. Klassische Broker verlangen höhere Ordergebühren, geben Ihnen aber Zugang zu allen deutschen und internationalen Börsen, telefonischen Support und oft die Kombination mit einem Girokonto. Wer ausschließlich breite ETFs bespart, braucht die zusätzlichen Handelsplätze selten; wer Einzelwerte an Auslandsbörsen handelt, schon.

Muss ich Steuern auf Gewinne zahlen?

Ja, auf Kapitalerträge (Dividenden, Kursgewinne) fallen 25% Abgeltungssteuer + 5,5% Solidaritätszuschlag + ggf. Kirchensteuer an = effektiv ca. 26,375%. Jeder hat einen Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Person (2.000 € bei Zusammenveranlagung). Richten Sie einen Freistellungsauftrag bei Ihrem Broker ein, um den Pauschbetrag automatisch zu nutzen.

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