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Brutto-Netto-Rechner 2026

Der Lohnsteuerabzug des § 39b Abs. 2 EStG, Satz für Satz

Einkommensteuergesetz

Wie viel vom Brutto übrig bleibt, ist keine Schätzung: das Verfahren steht vollständig im § 39b Abs. 2 EStG. Vom hochgerechneten Jahresarbeitslohn gehen der Arbeitnehmer-Pauschbetrag, der Sonderausgaben-Pauschbetrag und eine Vorsorgepauschale ab; auf den Rest wendet § 32a EStG den Tarif an, in den Klassen V und VI nach der eigenen Formel des Satzes 7. Genau das rechnet diese Seite — nachgeprüft gegen den Rechner des Bundesfinanzministeriums.

Letzte Aktualisierung4. September 2026
Rechtsgrundlage§ 39b Abs. 2, § 32a EStG
Kontrolle16 Fälle gegen den BMF-Rechner
Verifiziert vonTeam AmtsDeutschland.de
Verfasst und geprüft vonAndrés Sánchez Botta
Der Lohnsteuerabzug ist eine Vorauszahlung. Verbindlich sind die Abrechnung Ihres Betriebs und der Steuerbescheid des Finanzamts. Wir sind weder Rechtsanwälte noch Steuerberater: wir dokumentieren Behördengänge und prüfen die Angaben gegen die amtliche Quelle — das ist Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.
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Nettogehalt berechnen

Sechs Steuerklassen, die Beitragssätze 2026 und die Vorsorgepauschale des § 39b.

Kirchensteuer
Besonderheiten
Die Kinderfreibeträge mindern nur die Bemessungsgrundlage für Soli und Kirchensteuer, nicht die Lohnsteuer selbst (§ 3 Abs. 2a SolZG, § 51a Abs. 2a EStG). Voreingestellt ist der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz von 2,9 % für 2026 (§ 242a SGB V); Ihre Kasse kann einen anderen haben. Ohne Kind und über 23 kommen 0,6 Beitragssatzpunkte hinzu, die Sie allein tragen (§ 55 Abs. 3 SGB XI); in Sachsen tragen Sie einen Punkt allein (§ 58 Abs. 3 SGB XI).
0,00 € netto im Monat

So entsteht die Lohnsteuer

Fünf Schritte, alle im Gesetz, keiner geschätzt.

1. Hochrechnen auf das Jahr

Der monatliche Arbeitslohn wird mit zwölf multipliziert (Satz 2). Alles Weitere rechnet das Gesetz auf Jahresbasis und teilt am Ende wieder durch zwölf.

2. Pauschbeträge abziehen

In den Klassen I bis V der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230,00 € (§ 9a Satz 1 Nr. 1a EStG) und der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36,00 € (§ 10c Satz 1 EStG). Die Klasse VI bekommt beides nicht.

3. Vorsorgepauschale abziehen

Vier Teilbeträge für Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Sie sind nicht Ihre wirklichen Beiträge: der Krankenversicherungs-Teil rechnet mit dem ermäßigten Satz des § 243 SGB V.

4. In Klasse II: der Entlastungsbetrag

Alleinerziehende ziehen zusätzlich 4.260,00 € ab (§ 24b Abs. 2 EStG). Was übrig bleibt, ist der zu versteuernde Jahresbetrag.

5. Den Tarif anwenden

Klassen I, II und IV nach § 32a Abs. 1, Klasse III nach § 32a Abs. 5, Klassen V und VI nach der Formel des Satzes 7. Die Monatslohnsteuer ist ein Zwölftel davon (Satz 9); Bruchteile eines Cents bleiben außer Ansatz (Satz 10).

Die Vorsorgepauschale im Einzelnen

TeilbetragHöheKlassenFundstelle
Rentenversicherungdie Hälfte des Beitrags, also 9,3 % bis zur BBGI bis VIBuchst. a
Krankenversicherungdie Hälfte des ermäßigten Satzes (14 %) plus die Hälfte Ihres ZusatzbeitragsI bis VIBuchst. b
PflegeversicherungIhr Anteil, mit Zuschlag und AbschlägenI bis VIBuchst. c
Arbeitslosenversicherungdie Hälfte des Beitrags, aber nur bis der Block b bis d zusammen 1.900,00 € erreichtI bis VBuchst. e

Der Unterschied ist kein Detail: mit dem allgemeinen Satz von 14,6 % statt dem ermäßigten von 14 % wäre die Pauschale bei 48.000,00 € Jahreslohn um 144,00 € zu hoch — und die Lohnsteuer entsprechend zu niedrig.

Sozialabgaben 2026

Was wirklich abgezogen wird

Ihr Anteil an den vier Zweigen, mit den Bemessungsgrenzen von 2026.

BeitragGesamtsatzIhr AnteilBBG im MonatGrundlage
Krankenversicherung14,6 % + 2,9 %8,75 %5.812,50 €§ 241 SGB V
Pflegeversicherung3,6 %1,8 % bis 2,4 %5.812,50 €§ 55 Abs. 1 SGB XI i. V. m. der PBAV 2025
Rentenversicherung18,6 %9,3 %8.450,00 €BGBl. 2025 I Nr. 291
Arbeitslosenversicherung2,6 %1,3 %8.450,00 €§ 341 Abs. 2 SGB III

Die Beitragsbemessungsgrenzen 2026 stehen in der Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2026 (BGBl. 2025 I Nr. 278): 69.750,00 € im Jahr für Kranken- und Pflegeversicherung, 101.400,00 € für Renten- und Arbeitslosenversicherung. Der Rentenbeitrag bleibt 2026 bei 18,6 % (BGBl. 2025 I Nr. 291).

Die Pflegeversicherung ist der einzige Satz, der von Ihnen abhängt

Der Grundsatz von 3,6 % wird geteilt. Wer über 23 ist und kein Kind hat, zahlt 0,6 Punkte Zuschlag allein (§ 55 Abs. 3 SGB XI); ab dem zweiten Kind unter 25 sinkt der Satz um je 0,25 Punkte, bis zum fünften. Und in Sachsen trägt die beschäftigte Person einen Punkt allein (§ 58 Abs. 3 SGB XI), weil dort der Buß- und Bettag Feiertag geblieben ist.

Die sechs Steuerklassen

Wer in welche gehört, und welchen Tarif das Gesetz darauf anwendet.

KlasseWerPauschbeträgeTarif
Iledig, verwitwet, geschiedenja§ 32a Abs. 1
IIalleinerziehend — zusätzlich 4.260,00 € (§ 24b Abs. 2 EStG)ja§ 32a Abs. 1
IIIverheiratet mit dem höheren Einkommenja§ 32a Abs. 5 (Splitting)
IVverheiratet, beide ähnlichja§ 32a Abs. 1
Vverheiratet mit dem geringeren Einkommenja§ 39b Abs. 2 Satz 7
VIzweites und weiteres Dienstverhältnisnein§ 39b Abs. 2 Satz 7

Die Klassen V und VI folgen keiner Prozenterhöhung, sondern der Formel des § 39b Abs. 2 Satz 7: das Zweifache des Unterschieds zwischen der Steuer auf das Eineinviertelfache und der auf das Dreiviertelfache des zu versteuernden Jahresbetrags — mindestens 14 %, für den 14.071,00 € übersteigenden Teil höchstens 42 %, ab 34.939,00 € 42 % und ab 222.260,00 € 45 %.

Häufige Fehler

Was dieser Rechner nicht kann

Sechs Fälle, in denen das Ergebnis von Ihrer Abrechnung abweicht.

Minijob und Midijob. Im Übergangsbereich des § 20 Abs. 2 SGB IV — zwischen 556,01 € und 2.000 € — wird Ihr Beitragsanteil nach einer eigenen Formel vermindert. Dafür ist der Minijob- und Midijob-Rechner zuständig.

Sonstige Bezüge. Weihnachtsgeld, Boni und Abfindungen werden nach § 39b Abs. 3 EStG anders versteuert, nicht als laufender Arbeitslohn. Auch der Rechner des BMF bildet das nicht ab.

Faktorverfahren. Wer die Klasse IV mit Faktor nach § 39f EStG gewählt hat, bekommt hier ein zu hohes Ergebnis: der Faktor ist ein individueller Wert aus dem Bescheid des Finanzamts.

Private Kranken- und Pflegeversicherung. Dann treten an die Stelle der Teilbeträge b und c die dem Betrieb gemeldeten Beiträge (§ 39b Abs. 2 Satz 5 Nr. 3 Buchst. d). Ein pauschaler Ersatz wäre geraten.

Eingetragene Freibeträge. Ein Freibetrag nach § 39a EStG — etwa für einen langen Arbeitsweg — senkt den Abzug jeden Monat. Er steht in Ihren ELStAM und ist hier nicht berücksichtigt.

Kappung der Kirchensteuer. Mehrere Länder deckeln die Kirchensteuer bei einem Prozentsatz des zu versteuernden Einkommens; einige kennen eine Mindestkirchensteuer. Beides hängt an der Kirchensteuerordnung des Landes.

Häufige Fragen

Brutto und Netto — Fragen und Antworten

Neun Fragen, die beim Blick auf die Abrechnung zuerst aufkommen.

Wie viel Prozent gehen vom Brutto ab?

Es gibt keinen festen Prozentsatz. Die Sozialabgaben sind Ihr Anteil an vier Versicherungen und liegen 2026 zusammen bei rund 20 Prozent bis zu den Beitragsbemessungsgrenzen; die Lohnsteuer dagegen steigt mit dem Einkommen, weil § 32a EStG einen progressiven Tarif hat. Bei 2.000 € brutto in Steuerklasse I bleibt anteilig deutlich mehr als bei 6.000 €. Rechnen Sie deshalb mit Ihrem eigenen Betrag statt mit einer Faustformel.

Warum weicht mein Gehaltszettel manchmal ab?

Weil hier der Lohnsteuerabzug nach § 39b Abs. 2 EStG gerechnet wird und Ihr Betrieb dieselben Vorgaben anwendet, aber möglicherweise mit anderen Merkmalen: einem in den ELStAM eingetragenen Freibetrag nach § 39a EStG, dem Faktorverfahren nach § 39f EStG, einer privaten Kranken- und Pflegeversicherung, betrieblicher Altersvorsorge oder Einmalzahlungen, die als sonstige Bezüge nach § 39b Abs. 3 EStG anders besteuert werden. Diese Fälle bildet diese Seite bewusst nicht ab, statt sie zu schätzen.

Was ist die Vorsorgepauschale und warum steht sie im Ergebnis?

Beim Lohnsteuerabzug werden nicht Ihre tatsächlichen Sozialbeiträge abgezogen, sondern eine gesetzlich definierte Pauschale: § 39b Abs. 2 Satz 5 Nr. 3 EStG. Sie besteht aus vier Teilbeträgen für Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Der Krankenversicherungs-Teilbetrag rechnet mit dem ermäßigten Beitragssatz von 14 Prozent (§ 243 SGB V), nicht mit dem allgemeinen von 14,6 Prozent — deshalb ist die Pauschale kleiner als das, was Ihnen wirklich abgezogen wird. Genau diese Verwechslung machte die frühere Fassung dieser Seite.

Was ist die Beitragsbemessungsgrenze?

Die Grenze, bis zu der Beiträge erhoben werden. 2026 liegt sie in der Kranken- und Pflegeversicherung bei 5.812,50 € im Monat (69.750,00 € im Jahr) und in der Renten- und Arbeitslosenversicherung bei 8.450,00 € (101.400,00 €). Festgelegt hat sie die Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2026 (BGBl. 2025 I Nr. 278). Was Sie darüber hinaus verdienen, erhöht Ihre Beiträge nicht mehr — die Lohnsteuer steigt aber weiter.

Warum zahle ich mehr Pflegeversicherung als meine Kollegin?

Wer über 23 ist und kein Kind hat, zahlt nach § 55 Abs. 3 SGB XI einen Beitragszuschlag von 0,6 Beitragssatzpunkten, und den trägt nach § 58 Abs. 1 SGB XI die beschäftigte Person allein. Umgekehrt sinkt der Satz ab dem zweiten Kind unter 25 um je 0,25 Punkte, bis zum fünften Kind. In Sachsen gilt außerdem ein anderer Verteilungsschlüssel: dort trägt die beschäftigte Person einen Beitragssatzpunkt allein (§ 58 Abs. 3 SGB XI), weil das Land den Buß- und Bettag als Feiertag behalten hat.

Lohnt sich ein Steuerklassenwechsel?

Für die Höhe der Einkommensteuer im Jahr nicht: die wird bei Zusammenveranlagung ohnehin nach dem Splitting-Verfahren des § 32a Abs. 5 EStG bestimmt, egal welche Kombination Sie im Laufe des Jahres hatten. Der Wechsel verschiebt nur, wann Sie das Geld haben — monatlich mehr netto oder später eine Erstattung. Er kann aber Lohnersatzleistungen beeinflussen, die am pauschalierten Netto hängen: Elterngeld, Krankengeld, Arbeitslosengeld und Kurzarbeitergeld.

Warum ist der Solidaritätszuschlag oft null?

Weil § 3 Abs. 3 SolZG 1995 eine Freigrenze setzt: 20.350,00 € Jahreslohnsteuer, in der Steuerklasse III 40.700,00 €. Darunter fällt kein Soli an. Darüber steigt er nicht sprunghaft auf 5,5 Prozent, sondern läuft durch eine Milderungszone: nach § 4 Satz 2 SolZG beträgt er höchstens 11,9 Prozent des Betrags, um den die Bemessungsgrundlage die Freigrenze übersteigt.

Gilt der Rechner auch für Minijob und Midijob?

Nein. Im Übergangsbereich des § 20 Abs. 2 SGB IV — zwischen 556,01 € und 2.000 € im Monat — wird der Beitragsanteil der beschäftigten Person nach einer eigenen Formel vermindert, die hier nicht angewendet wird. Für diesen Bereich ist der Minijob- und Midijob-Rechner zuständig; er ist unten verlinkt. Oberhalb von 2.000 € rechnet diese Seite wieder vollständig.

Ist das Ergebnis meine endgültige Steuer?

Nein. Der Lohnsteuerabzug ist eine Vorauszahlung. Die endgültige Einkommensteuer setzt das Finanzamt mit der Veranlagung fest, und dabei zählen Dinge, die der Abzug nicht kennt: tatsächliche Werbungskosten über dem Pauschbetrag von 1.230,00 €, Sonderausgaben über 36,00 €, außergewöhnliche Belastungen, weitere Einkünfte und Lohnersatzleistungen unter Progressionsvorbehalt. Die einbehaltene Lohnsteuer wird darauf angerechnet.

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Rund um Lohn und Steuer

Die Jahressteuer, der Übergangsbereich und die Seite des Arbeitgebers.

Fragen zum Wohngeld?

Jeder Rechenschritt nennt seinen Paragrafen — nachprüfbar am Gesetzestext.

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