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Behördengang suchen

Sozialwohnung

Geförderter Wohnraum und wie man ihn wirklich findet

WBS erforderlichBindung läuft ausWoFG

Eine Sozialwohnung ist keine besondere Art von Gebäude, sondern eine Wohnung mit einer Bindung. Wer sie gebaut oder saniert hat, bekam dafür öffentliche Mittel und ist im Gegenzug für eine bestimmte Zeit gebunden: an eine Höchstmiete und an einen berechtigten Mieterkreis. Genau das prüft der Wohnberechtigungsschein.

Daraus folgt die wichtigste praktische Einsicht: Die Bindung ist befristet. Läuft sie aus, wird aus der Sozialwohnung eine ganz normale Wohnung — dieselbe Wohnung, derselbe Mieter, aber ohne Mietbindung für neue Verträge. Der Bestand schrumpft deshalb Jahr für Jahr, auch ohne dass ein einziges Haus abgerissen würde.

Seit der Föderalismusreform von 2006 ist die soziale Wohnraumförderung ausschließliche Sache der Länder — sowohl die Gesetzgebung als auch der Vollzug. Das Wohnraumförderungsgesetz des Bundes gilt seither nur noch in den Ländern, die kein eigenes Gesetz erlassen haben. Für Sie heißt das: Bundesweite Zahlen sind Auffangwerte, keine Auskunft über Ihren Fall. Maßgeblich ist immer die Regelung Ihres Landes und Ihrer Gemeinde.

Letzte Aktualisierung30. August 2026
RechtsgrundlageWoFG und Wohnraumförderungsgesetze der Länder
VerifizierungGeprüft an BGB, WoFG und Landesrecht
Verfasst und geprüft vonAndrés Sánchez Botta
Unabhängige Informationsseite: Wir sind nicht das Wohnungsamt, keine Behörde und keine kostenpflichtige Beratung — wir stellen keine Anträge für Sie. Alle Angaben stammen aus amtlichen Quellen und sind hier einfach erklärt; verbindlich ist immer die zuständige Stelle. Alle Angaben ohne Gewähr. Wir sind weder Rechtsanwälte noch Steuerberater: wir dokumentieren Behördengänge und prüfen die Angaben gegen die amtliche Quelle — das ist Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.
VoraussetzungWBSOhne ihn darf die Wohnung nicht überlassen werden
MieteGebundenHöchstmiete nach Förderzusage, unter Marktniveau
BindungBefristetDanach wird der Bestand frei
Benötigte Unterlagen

Was Sie benötigen

Gültiger Wohnberechtigungsschein

Die zwingende Voraussetzung. Er nennt zugleich die zulässige Wohnungsgröße, die Ihre Suche eingrenzt — eine größere Wohnung kommt mit diesem Schein nicht in Frage.

Einkommensnachweise

Auch die Vermieterseite prüft, ob Sie die Miete tragen können. Verlangt werden meist die letzten drei Gehaltsabrechnungen; das ist eine privatrechtliche Anforderung neben dem WBS, keine gesetzliche.

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

Bei vielen Wohnungsgesellschaften üblich. Ein rechtlicher Anspruch der Vermieterseite darauf besteht nicht, praktisch ist sie aber oft Bedingung für die Zusage.

SCHUFA-Auskunft

Ebenfalls privatrechtlich verlangt. Die kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO genügt in der Regel und kostet nichts.

Nachweise über besondere Umstände

Behinderung, Pflegebedarf oder Alleinerziehung können bei der Vergabe Vorrang begründen — und sind der Anknüpfungspunkt für einen Dringlichkeitsschein.

Schritt für Schritt

So gehen Sie vor

  1. 1

    Zuerst den WBS beantragen

    Ohne ihn ist jede Bewerbung sinnlos, weil die Vermieterseite nach § 27 WoFG gar nicht überlassen darf. Der Schein braucht Wochen — er gehört an den Anfang, nicht ans Ende der Suche.

  2. 2

    Bei den kommunalen Wohnungsgesellschaften registrieren

    Dort liegt in vielen Städten der größte gebundene Bestand. Die Registrierung ist meist online und kostenlos, und ohne sie erfahren Sie von freien Wohnungen gar nicht erst.

  3. 3

    Genossenschaften prüfen

    Wohnungsgenossenschaften halten häufig geförderte Bestände. Sie verlangen in der Regel Genossenschaftsanteile, die beim Auszug zurückgezahlt werden — eine Hürde beim Einzug, kein verlorenes Geld.

  4. 4

    Auch private Eigentümer geförderter Wohnungen einbeziehen

    Die Bindung hängt an der Wohnung, nicht am Eigentümer. Auch private Vermieter haben geförderten Bestand und veröffentlichen ihn auf den üblichen Portalen, oft mit dem Hinweis „WBS erforderlich“.

  5. 5

    Die Vormerkliste der Gemeinde nutzen, wenn es sie gibt

    Manche Gemeinden führen eine Liste und vermitteln aktiv. Das ist Landesrecht und keineswegs überall so — fragen Sie danach, statt es vorauszusetzen.

  6. 6

    Auf die verbleibende Bindungsdauer achten

    Läuft die Bindung während Ihres Mietverhältnisses aus, bleibt Ihr Vertrag bestehen. Für künftige Mieterhöhungen gilt dann aber der allgemeine Rahmen des BGB statt der Förderbindung.

Gebühreninformation

Kosten und Bezahlung

Was der Zugang kostetDie Wohnung ist gebunden, die Nebenkosten des Zugangs nicht
WohnberechtigungsscheinNach Landesrecht
MieteGebundene Höchstmiete
KautionHöchstens drei Nettokaltmieten (§ 551 BGB)
GenossenschaftsanteileRückzahlbar beim Austritt
MaklerprovisionBei gefördertem Bestand unüblich
SCHUFA-Datenkopie (Art. 15 DSGVO)Kostenfrei

Die Kaution ist auch hier auf drei Nettokaltmieten begrenzt und darf in drei Raten gezahlt werden. Genossenschaftsanteile sind keine Gebühr, sondern eine Einlage: Sie werden beim Austritt zurückgezahlt.

Gut zu wissen

Wichtige Hinweise

Der entscheidende Punkt für die Suche: Die Bindung hängt an der Wohnung, nicht am Vermieter. Es gibt keine Liste „aller Sozialwohnungen“, weil auch private Eigentümer gebundene Wohnungen halten. Suchen Sie nach dem Hinweis „WBS erforderlich“, nicht nach einem Amt.

Die Bindung läuft aus. Fördermittel werden auf Zeit vergeben; danach unterliegt die Wohnung für neue Verträge keiner Mietbindung mehr. Das ist der Hauptgrund, warum der Bestand seit Jahren schrumpft — nicht Abriss, sondern Fristablauf.

Das Wohnungsamt vermietet nicht. Es erteilt den WBS und führt, wo das Landesrecht es vorsieht, eine Vormerkliste. Der Mietvertrag kommt mit einem privaten oder kommunalen Vermieter zustande, nicht mit der Behörde.

Die Kaution ist nach § 551 BGB auf drei Nettokaltmieten begrenzt und darf in drei gleichen Monatsraten gezahlt werden — die erste zu Mietbeginn. Das gilt auch bei gefördertem Wohnraum.

Steigt das Einkommen später, bleibt der Vertrag bestehen. Nur in Brandenburg, Hessen und Thüringen kann dann eine Ausgleichszahlung anfallen.

Wer dringend sucht — Wohnungslosigkeit, Räumungstitel, Gewaltschutz, schwere Erkrankung —, sollte zusätzlich den Dringlichkeitsschein prüfen. Er wirkt auf die Reihenfolge, nicht auf die Berechtigung.

Vermeiden Sie diese Fehler

Häufige Fehler

Beim Wohnungsamt eine Wohnung erwarten. Es erteilt den WBS; vermietet wird von kommunalen Gesellschaften, Genossenschaften und privaten Eigentümern.

Erst suchen, dann den WBS beantragen. Ohne gültigen Schein darf niemand überlassen, und die Bearbeitung dauert Wochen.

Nur bei kommunalen Gesellschaften suchen. Die Bindung hängt an der Wohnung: Auch private Vermieter haben geförderten Bestand.

Die eingetragene Wohnungsgröße ignorieren. Eine größere Wohnung ist mit diesem WBS nicht anmietbar.

Genossenschaftsanteile für eine verlorene Gebühr halten. Sie sind eine Einlage und werden beim Austritt zurückgezahlt.

Eine Kaution über drei Nettokaltmieten akzeptieren. Der § 551 BGB begrenzt sie, und die Ratenzahlung ist Ihr Recht.

Häufig gestellte Fragen

Fragen und Antworten

Was ist überhaupt eine Sozialwohnung?

Eine Wohnung, deren Bau oder Sanierung mit öffentlichen Mitteln gefördert wurde und die dafür eine Bindung trägt: eine Höchstmiete und einen berechtigten Mieterkreis. Genau diese Berechtigung weist der Wohnberechtigungsschein nach. Es ist also keine besondere Bauart, sondern ein rechtlicher Status der einzelnen Wohnung.

Wo finde ich Sozialwohnungen?

Bei kommunalen Wohnungsgesellschaften, Genossenschaften und auch bei privaten Eigentümern — denn die Bindung hängt an der Wohnung, nicht am Vermieter. Auf den üblichen Portalen erkennen Sie sie am Hinweis „WBS erforderlich“. Eine vollständige amtliche Liste gibt es nicht; manche Gemeinden führen aber eine Vormerkliste, was Landesrecht ist.

Vermittelt das Wohnungsamt Wohnungen?

In der Regel nicht. Seine Aufgabe ist die Erteilung des Wohnberechtigungsscheins und, wo das Landesrecht es vorsieht, die Führung einer Vormerkliste. Der Mietvertrag kommt mit dem jeweiligen Vermieter zustande. Die Suche bleibt Ihre Aufgabe.

Warum gibt es immer weniger Sozialwohnungen?

Weil die Bindungen befristet sind. Fördermittel werden auf Zeit vergeben; läuft die Frist ab, unterliegt die Wohnung für neue Verträge keiner Mietbindung mehr und zählt nicht länger zum geförderten Bestand. Der Rückgang entsteht also überwiegend durch Fristablauf, nicht durch Abriss — und neue Förderungen müssen das erst ausgleichen.

Was passiert, wenn die Bindung während meines Mietverhältnisses ausläuft?

Ihr Mietvertrag bleibt unverändert bestehen; Sie müssen nicht ausziehen. Für künftige Mieterhöhungen gilt dann allerdings der allgemeine Rahmen des BGB statt der Förderbindung. Praktisch heißt das: Der Schutz durch die gebundene Höchstmiete entfällt für die Zukunft.

Wie hoch darf die Kaution sein?

Höchstens drei Nettokaltmieten, also ohne Betriebskosten — so bestimmt es der § 551 BGB, und das gilt auch bei gefördertem Wohnraum. Sie dürfen die Kaution zudem in drei gleichen Monatsraten zahlen; die erste ist zu Mietbeginn fällig. Eine Vereinbarung, die darüber hinausgeht, ist insoweit unwirksam.

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