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MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung)

Führerscheinstelle · Fahreignung

Persönlich

Die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) — umgangssprachlich „Idiotentest“ — ist weder eine Strafe noch eine Amtshandlung der Behörde, sondern ein Fahreignungsgutachten. Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet es nach § 11 Absatz 3 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) an, wenn konkrete Tatsachen Zweifel daran begründen, ob Sie zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet sind. Erstellt wird das Gutachten nicht von der Behörde, sondern von einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung — etwa TÜV, DEKRA, GTÜ, AVUS oder pima-mpu. Erst auf dieser Grundlage entscheidet die Führerscheinstelle über Entziehung, Ablehnung oder Wiedererteilung der Fahrerlaubnis.

Welche Rechtsgrundlage die Anordnung trägt, entscheidet über den gesamten weiteren Weg. Bei Alkohol greift § 13 FeV — insbesondere bei einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 Promille oder mehr beziehungsweise einer Atemalkoholkonzentration von 0,8 mg/l oder mehr, aber auch bei Alkoholmissbrauch, wiederholten Zuwiderhandlungen oder einer früheren Entziehung. Für Cannabis gilt seit der Reform 2024 der eigenständige § 13a FeV („Klärung von Eignungszweifeln bei Cannabisproblematik“), für sonstige Betäubungsmittel und psychoaktive Arzneimittel § 14 FeV. Wer acht oder mehr Punkte im Fahreignungsregister erreicht, verliert die Fahrerlaubnis nach § 4 Absatz 5 StVG; für die Neuerteilung ordnet die Behörde nach § 4 Absatz 10 StVG in der Regel ein Gutachten an.

Ein besonders hartnäckiger Irrtum betrifft die Kosten: Die MPU hat keine amtliche Gebühr. Die frühere Gebührenposition der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt, Nummer 451 ff.) ist zum 1. August 2018 entfallen. Seither kalkulieren die anerkannten Begutachtungsstellen ihre Preise selbst; Angaben wie „350 bis 750 Euro“ stammen aus der alten Gebührenordnung und liegen deutlich unter dem, was 2026 tatsächlich verlangt wird. Realistisch sind je nach Fragestellung und Anbieter etwa 550 bis 1.000 Euro, zuzüglich Abstinenznachweisen und Vorbereitung. Zur Einordnung der Erfolgsaussichten: Nach den Zahlen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wurden 2024 insgesamt 75.257 Begutachtungen durchgeführt, von denen knapp 57 Prozent mit dem Ergebnis „geeignet“, gut 39 Prozent mit „nicht geeignet“ und gut 4 Prozent mit einer Kursempfehlung endeten.

Letzte Aktualisierung26. August 2026
VerifizierungGeprüft mit gesetze-im-internet.de und der BASt-Pressemitteilung 10/2025
Verfasst und geprüft vonAndrés Sánchez Botta
Unabhängige Informationsseite: Wir sind nicht die Führerscheinstelle, keine Behörde und keine kostenpflichtige Beratung — wir stellen keine Anträge für Sie. Alle Angaben stammen aus amtlichen Quellen und sind hier einfach erklärt; verbindlich ist immer die zuständige Stelle. keine Rechts- oder Verkehrsberatung. Die Kosten der MPU, der Abstinenznachweise und der Vorbereitung sind keine Behördengebühren, sondern frei kalkulierte Preise privater Anbieter; amtlich festgesetzt ist allein die Verwaltungsgebühr der Fahrerlaubnisbehörde. Alle Angaben ohne Gewähr. Wir sind weder Rechtsanwälte noch Steuerberater: wir dokumentieren Behördengänge und prüfen die Angaben gegen die amtliche Quelle — das ist Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.
Kostenca. 550–1.000 EURKeine amtliche Gebühr · frei kalkuliert
Bearbeitungszeitabhängig von der BegutachtungsstelleDie FeV setzt keine Frist für das Gutachten
ModalitätPersönlichBegutachtungsstelle frei wählbar (§ 11 Abs. 6 FeV)
AnlassAlkohol · Cannabis · Drogen · Punkte§ 13, § 13a, § 14 FeV · § 4 Abs. 10 StVG
Benötigte Unterlagen

Was Sie für die MPU zusammenstellen müssen

Anordnung der Fahrerlaubnisbehörde mit Fragestellung

Das wichtigste Dokument ist das Schreiben der Führerscheinstelle selbst: Nach § 11 Absatz 6 FeV muss die Behörde darin die Gründe für ihre Eignungszweifel darlegen, die konkrete Fragestellung benennen und eine Frist zur Beibringung setzen. Die Begutachtungsstelle darf ausschließlich diese Fragestellung beantworten — sie entscheidet also darüber, ob es um Alkoholmissbrauch, eine Abhängigkeit oder Verkehrsauffälligkeiten geht. Bewahren Sie das Original auf und rügen Sie eine unklare oder erkennbar zu weit gefasste Fragestellung schriftlich, bevor Sie einen Termin vereinbaren.

Einverständniserklärung zur Übersendung der Führerscheinakte

Die Begutachtungsstelle arbeitet nach Anlage 4a FeV anlassbezogen und ausschließlich mit den Unterlagen, die ihr die Behörde zusendet; damit die Akte übermittelt werden darf, unterschreiben Sie eine Einverständniserklärung. Diese liegt dem Anordnungsschreiben bei oder wird von der gewählten Stelle gestellt. Vor der Unterschrift dürfen Sie nach § 11 Absatz 6 FeV die zu übersendenden Unterlagen einsehen — nur so erkennen Sie, welche Vorfälle und Befunde die Gutachterin oder der Gutachter tatsächlich vor sich haben wird.

Gültiger amtlicher Lichtbildausweis

Zur Untersuchung müssen Sie sich zweifelsfrei ausweisen, mit gültigem Personalausweis oder Reisepass; ohne gültiges Dokument wird der Termin abgewiesen und die gesetzte Behördenfrist läuft weiter. Prüfen Sie das Ablaufdatum deshalb frühzeitig — einen neuen Personalausweis stellt das Bürgeramt Ihres Hauptwohnsitzes aus. Da seit dem 1. Mai 2025 ausschließlich digitale biometrische Lichtbilder zulässig sind und mitgebrachte Papierfotos nicht mehr angenommen werden, sollten Sie für die Neubeantragung mehrere Wochen einplanen.

Abstinenznachweis (Urin-Screening oder Haaranalyse)

Bei Anordnungen nach § 13, § 13a oder § 14 FeV verlangen die Begutachtungsstellen in aller Regel einen forensisch verwertbaren Beleg über sechs oder zwölf Monate Abstinenz. Verwertbar ist er nur, wenn ein geeignetes Labor ihn nach den einschlägigen Beurteilungskriterien erhoben hat: unangekündigte Einbestellung binnen kurzer Frist, gesicherte Identitätskontrolle und lückenlose Dokumentation. Der Zeitraum beginnt mit der ersten ordnungsgemäß dokumentierten Probe — selbst geführte Tagebücher, Atteste des Hausarztes oder Apothekentests werden nicht anerkannt.

Ärztliche Befunde, Medikamentenplan und Laborwerte

Zur medizinischen Untersuchung gehören Blutwerte, die auf regelmäßigen Alkoholkonsum oder Leberschäden hinweisen können; bringen Sie deshalb aktuelle Befunde, Arztbriefe und Entlassungsberichte mit, wenn Sie in Behandlung sind oder waren. Besonders wichtig ist ein vollständiger Medikamentenplan, denn § 14 FeV erfasst ausdrücklich auch psychoaktive Arzneimittel, und eine verordnete Dauermedikation kann eine belastende Laborkonstellation erklären. Ohne Nachweis wertet die Begutachtungsstelle den Befund im Zweifel zu Ihren Lasten.

Auszug aus dem Fahreignungsregister

Bei Anordnungen wegen Verkehrsauffälligkeiten und Punkten sollten Sie Ihren Punktestand kennen, bevor Sie in das psychologische Gespräch gehen. Die Punkteauskunft beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg ist für die eigene Person kostenlos und listet alle Eintragungen samt Tilgungsdaten auf. Der Auszug hilft doppelt — Sie erkennen vergessene Eintragungen und können belegen, welche Verstöße bereits getilgt sind; beantragen Sie ihn einige Wochen vor dem Termin.

Nachweis über Beratung oder Kursteilnahme

Wenn Sie eine verkehrspsychologische Beratung in Anspruch genommen haben, lassen Sie sich die Teilnahme bescheinigen; § 71 FeV regelt die amtliche Anerkennung der Beraterinnen und Berater. Ob die Beratung berücksichtigt wird, entscheidet allein die Begutachtungsstelle im Rahmen der Fragestellung — einen Rechtsanspruch auf eine bessere Bewertung gibt es nicht. Eigenständig geregelt sind die Kurse zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung nach § 70 FeV in Verbindung mit Anlage 15 FeV; sie kommen vor allem in Betracht, wenn das Gutachten mit einer Kursempfehlung endet.

Seh- und Hörhilfen für den Leistungstest

Ein Teil der Begutachtung ist ein computergestützter Leistungstest zu Reaktionsfähigkeit, Konzentration, Aufmerksamkeit und Belastbarkeit. Wer eine Brille, Kontaktlinsen oder ein Hörgerät benötigt, muss sie mitbringen und benutzen — sonst entsteht ein Leistungsbild, das nicht Ihrer tatsächlichen Fahrtüchtigkeit entspricht. Bringen Sie zudem eine vorhandene Sehtestbescheinigung mit, damit die Untersuchung nicht wegen einer offenen Frage zur Sehschärfe unterbrochen werden muss.

Zahlungsnachweis für die Begutachtung

Die Begutachtungsstellen verlangen den Rechnungsbetrag in der Regel vor oder spätestens am Untersuchungstag; ohne Zahlung wird das Gutachten nicht erstellt. Da es sich nicht um eine Behördengebühr handelt, gelten die Zahlungsbedingungen des jeweiligen privaten Anbieters — Vorkasse per Überweisung ist ebenso verbreitet wie Kartenzahlung vor Ort. Lassen Sie sich das Angebot vorab schriftlich geben, denn Zusatzposten wie eine erneute Blutentnahme oder die Zweitschrift des Gutachtens werden häufig gesondert berechnet.

Schritt für Schritt

So läuft die MPU ab

  1. 1

    Anordnung prüfen und die Fragestellung verstehen

    Alles beginnt mit dem Anordnungsschreiben der Fahrerlaubnisbehörde. Lesen Sie zuerst, auf welche Norm sie sich stützt: § 13 FeV bei Alkohol, § 13a FeV bei Cannabis, § 14 FeV bei sonstigen Betäubungs- und Arzneimitteln, § 11 Absatz 3 FeV bei Verkehrsstraftaten oder erheblichen Verstößen und § 4 Absatz 10 StVG nach einer Entziehung wegen acht oder mehr Punkten — davon hängt ab, ob überhaupt ein Abstinenznachweis verlangt wird und über welchen Zeitraum. Ebenso wichtig ist die konkrete Fragestellung, denn sie ist der Prüfungsmaßstab: Gefragt wird beispielsweise, ob zu erwarten ist, dass Sie künftig ein Kraftfahrzeug unter Alkoholeinfluss führen werden. Die Begutachtungsstelle darf nach Anlage 4a FeV nur diese Frage beantworten und muss ihr Gutachten nachvollziehbar und nachprüfbar begründen.

  2. 2

    Akteneinsicht nehmen und die Frist im Blick behalten

    Nach § 11 Absatz 6 FeV teilt Ihnen die Behörde mit, dass Sie die Unterlagen einsehen können, die sie an die Begutachtungsstelle übersenden will — machen Sie davon Gebrauch, bevor Sie die Einverständniserklärung unterschreiben, denn in der Akte finden sich häufig Vorgänge, die Ihnen nicht mehr präsent sind und die im Untersuchungsgespräch zur Sprache kommen. Der kritischste Termin des gesamten Verfahrens ist aber die gesetzte Frist: Reicht die Zeit für einen Abstinenznachweis nicht aus, stellen Sie frühzeitig einen begründeten schriftlichen Verlängerungsantrag. Lassen Sie die Frist ungenutzt verstreichen oder verweigern Sie die Untersuchung, darf die Behörde nach § 11 Absatz 8 FeV unmittelbar auf Ihre Nichteignung schließen; ein Gutachten muss dafür nicht vorliegen.

  3. 3

    Abstinenznachweis beginnen — so früh wie möglich

    Bei Alkohol-, Cannabis- oder Drogenfragestellungen ist der Abstinenzbeleg das zeitliche Nadelöhr. Üblich sind zwei Wege: ein Urin-Screening mit vier bis sechs unangekündigten Einbestellungen über zwölf Monate oder eine Haaranalyse, die rückwirkend jeweils rund sechs Monate abdeckt; beide Verfahren müssen die anerkannten Beurteilungskriterien einhalten, um forensisch verwertbar zu sein. Melden Sie sich unmittelbar nach Erhalt der Anordnung bei einem geeigneten Labor an, statt erst nach der Terminvereinbarung zu beginnen — der Zeitraum zählt ab der ersten dokumentierten Probe. Wer den Start um drei Monate verschiebt, verschiebt damit das Ende des gesamten Verfahrens um drei Monate.

  4. 4

    Aufarbeitung: Beratung, Kurs oder Therapie wählen

    Im psychologischen Gespräch wird nicht abgefragt, ob Sie den Vorfall bereuen, sondern ob Sie ihn erklären können: Welches Konsum- oder Verhaltensmuster hat dazu geführt, was hat sich seither konkret geändert und welche Strategien tragen dauerhaft? Eine verkehrspsychologische Beratung bei einer nach § 71 FeV anerkannten Person hilft, diese Aufarbeitung strukturiert zu leisten; bei diagnostizierter Abhängigkeit ist stattdessen eine Entwöhnungsbehandlung erforderlich. Verwechseln Sie diese Angebote nicht mit dem Fahreignungsseminar nach § 4 Absatz 7 StVG — das Seminar ist ein Instrument des Punktesystems und hat mit der Fahreignungsbegutachtung nichts zu tun (siehe unseren Ratgeber zum Punkteabbau).

  5. 5

    Begutachtungsstelle auswählen und Preise vergleichen

    Die Auswahl liegt ausdrücklich bei Ihnen: § 11 Absatz 6 FeV verpflichtet die Behörde, Sie darauf hinzuweisen, dass Sie die Begutachtungsstelle selbst bestimmen — eine Zuweisung an einen bestimmten Anbieter ist unzulässig. In Betracht kommen alle amtlich anerkannten Begutachtungsstellen für Fahreignung, etwa TÜV, DEKRA, GTÜ, AVUS oder pima-mpu. Weil die Preise seit dem 1. August 2018 nicht mehr staatlich festgesetzt sind und sich von Anbieter zu Anbieter erheblich unterscheiden, holen Sie mindestens zwei bis drei schriftliche Angebote ein und fragen Sie ausdrücklich, welche Leistungen enthalten sind; Erreichbarkeit und Wartezeit sind ebenfalls abhängig von der jeweiligen Stelle.

  6. 6

    Untersuchung absolvieren: drei Bausteine

    Die Begutachtung besteht aus einer medizinischen Untersuchung mit Anamnese, körperlicher Untersuchung und Laborwerten, einem computergestützten Leistungstest zu Reaktion, Konzentration, Aufmerksamkeit und Belastbarkeit sowie dem psychologischen Untersuchungsgespräch. Vor Beginn muss die Gutachterin oder der Gutachter Sie nach Anlage 4a FeV über Gegenstand und Zweck aufklären; die Untersuchung darf nur nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erfolgen. Wie lange ein Termin dauert und wann das Gutachten fertig ist, schreibt die Fahrerlaubnis-Verordnung dagegen nicht vor — beides ist abhängig von der zuständigen Begutachtungsstelle und sollte bei der Terminvereinbarung verbindlich geklärt werden.

  7. 7

    Gutachten erhalten und über die Weitergabe entscheiden

    Das fertige Gutachten wird zunächst Ihnen übermittelt, und Sie allein entscheiden, ob Sie es der Fahrerlaubnisbehörde vorlegen — ein negatives Ergebnis müssen Sie nicht einreichen. Der praktische Nutzen ist allerdings begrenzt: Wird das angeordnete Gutachten nicht fristgerecht beigebracht, greift § 11 Absatz 8 FeV, und die Behörde darf von der Nichteignung ausgehen. Lesen Sie ein negatives Gutachten dennoch gründlich, denn es benennt nachvollziehbar die Gründe und häufig auch die fehlenden Schritte — etwa einen längeren Abstinenzzeitraum oder einen Kurs nach § 70 FeV — und ist damit die belastbarste Grundlage für einen zweiten Anlauf.

  8. 8

    Wiedererteilung der Fahrerlaubnis beantragen

    Mit dem positiven Gutachten beantragen Sie bei der Fahrerlaubnisbehörde die Wiedererteilung. Erst hier fällt eine echte, amtlich festgesetzte Gebühr an: Nach Nummer 202.3 des Gebührentarifs der GebOSt beträgt die Rahmengebühr für die Neuerteilung nach vorangegangener Entziehung 35,70 bis 258,50 Euro, zuzüglich 5,10 Euro für die Antragsprüfung nach Nummer 201. Je nach Einzelfall kommen weitere Nachweise hinzu, etwa Sehtest und Erste-Hilfe-Schulung oder eine erneute Fahrerlaubnisprüfung, wenn die Entziehung lange zurückliegt; nach einer Entziehung wegen acht oder mehr Punkten darf die neue Fahrerlaubnis nach § 4 Absatz 10 StVG frühestens sechs Monate nach Wirksamkeit der Entziehung erteilt werden. Den vollständigen Ablauf beschreibt unser Ratgeber zur Wiedererteilung des Führerscheins.

Kosteninformation

Kosten und Bezahlung — keine amtliche Gebühr

Kosten im Überblick

MPU Alkohol (§ 13 FeV) — Anbieterpreisca. 550–850 EUR
MPU Cannabis und Betäubungsmittel (§ 13a, § 14 FeV) — Anbieterpreisca. 700–1.000 EUR
MPU Verkehrsauffälligkeiten und Punkte (§ 4 Abs. 10 StVG) — Anbieterpreisca. 500–700 EUR
Urin-Screening, je Einzelprobe (4–6 Proben pro Jahr)ca. 60–120 EUR
Haaranalyse, je Probe (Zeitraum rund 6 Monate)ca. 120–200 EUR
Verkehrspsychologische Beratung (§ 71 FeV), je Sitzungabhängig vom Anbieter
Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung (§ 70 FeV)abhängig vom anerkannten Kursträger
Verwaltungsgebühr Wiedererteilung (GebOSt Nr. 202.3)35,70–258,50 EUR
Antragsprüfung Fahrerlaubnis (GebOSt Nr. 201)5,10 EUR
Kostenträgerstets die betroffene Person

Wichtig zur Einordnung: Die Beträge für die Begutachtung, die Abstinenznachweise und die Vorbereitung sind keine Behördengebühren. Bis zum 31. Juli 2018 war die MPU als Gebührennummer 451 ff. in der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt) staatlich festgesetzt; zum 1. August 2018 ist diese Position entfallen. Seither kalkulieren die amtlich anerkannten Begutachtungsstellen ihre Preise frei, weshalb es keinen bundeseinheitlichen Betrag mehr gibt und die oben genannten Spannen nur die 2026 üblichen Marktpreise abbilden. Verbindlich ist allein das schriftliche Angebot der von Ihnen gewählten Stelle. Amtlich geregelt sind dagegen die Gebühren der Fahrerlaubnisbehörde: Sie stehen im Gebührentarif der GebOSt und werden erst beim Antrag auf Wiedererteilung fällig. Eine Erstattung der MPU-Kosten durch die Behörde oder die gesetzliche Krankenversicherung ist in keinem Fall vorgesehen — auch nicht bei positivem Ergebnis. Rechnen Sie realistisch mit einer Gesamtbelastung im vierstelligen Bereich, sobald ein zwölfmonatiges Abstinenzprogramm hinzukommt.

Gut zu wissen

Wichtige Hinweise

Die MPU hat seit dem 1. August 2018 keine amtliche Gebühr mehr. Ältere Ratgeber, Merkblätter und Foreneinträge nennen häufig 350 bis 750 Euro — das sind die Werte der entfallenen GebOSt-Position. Wer sich darauf verlässt, unterschätzt die tatsächliche Belastung um mehrere Hundert Euro. Verbindlich ist ausschließlich das schriftliche Angebot der von Ihnen gewählten Begutachtungsstelle.

§ 11 Absatz 6 FeV gibt Ihnen drei Rechte auf einmal. Die Behörde muss die Gründe für ihre Eignungszweifel darlegen und die Fragestellung mitteilen, sie muss Ihnen Einsicht in die zu übersendenden Unterlagen ermöglichen, und Sie wählen die Begutachtungsstelle selbst aus. Eine Zuweisung an einen bestimmten Anbieter ist unzulässig — widersprechen Sie schriftlich, falls das versucht wird.

Ein negatives Gutachten müssen Sie nicht vorlegen — die Frist rettet das aber nicht. Das Gutachten geht zuerst an Sie, und die Weitergabe entscheiden Sie. Wird das angeordnete Gutachten jedoch nicht fristgerecht beigebracht, darf die Behörde nach § 11 Absatz 8 FeV auf die Nichteignung schließen. Die Entziehung oder Ablehnung erfolgt dann ohne inhaltliche Prüfung.

Cannabis wird seit 2024 eigenständig geregelt. Maßgeblich ist nicht mehr die pauschale Drogenregelung, sondern § 13a FeV („Klärung von Eignungszweifeln bei Cannabisproblematik“). Im Ordnungswidrigkeitenrecht gilt seit dem 22. August 2024 der Grenzwert von 3,5 ng/ml THC im Blutserum nach § 24a Absatz 1a StVG; Verstöße können mit einer Geldbuße von bis zu 3.000 Euro geahndet werden, in Kombination mit Alkohol bis zu 5.000 Euro.

Für Fahranfänger gilt null Toleranz — auch bei Cannabis. § 24c StVG verbietet Personen in der Probezeit nach § 2a StVG sowie allen unter 21 Jahren, ein Kraftfahrzeug nach der Einnahme von Alkohol oder Tetrahydrocannabinol zu führen. Ausgenommen ist allein die bestimmungsgemäße Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels.

Anlage 4a FeV ist Ihr Qualitätsmaßstab. Die Grundsätze für die Durchführung der Untersuchungen und die Erstellung der Gutachten verlangen eine anlassbezogene Untersuchung, eine vorherige Aufklärung über Gegenstand und Zweck, anerkannte wissenschaftliche Methoden und ein allgemeinverständliches, nachvollziehbares und nachprüfbares Gutachten. Zudem darf der Gutachter nicht vertraglich mit einer Beratungseinrichtung verbunden sein, die Sie zuvor betreut hat.

Fahreignungsseminar und Aufbauseminar sind keine MPU-Vorbereitung. Das Fahreignungsseminar nach § 4 Absatz 7 StVG bringt bei einem Stand von einem bis fünf Punkten einmal in fünf Jahren einen Punkt Abzug; ab sechs Punkten wirkt es nicht mehr auf den Punktestand. Das Aufbauseminar betrifft Verstöße in der Probezeit. Für die Wiederherstellung der Kraftfahreignung sind stattdessen die Kurse nach § 70 FeV in Verbindung mit Anlage 15 FeV vorgesehen.

Rechnen Sie mit realistischen Zahlen statt mit Werbeversprechen. Nach den BASt-Daten für 2024 endeten von 75.257 Begutachtungen knapp 57 Prozent mit „geeignet“, gut 39 Prozent mit „nicht geeignet“ und gut 4 Prozent mit einer Kursempfehlung. Häufigster Anlass war Alkohol mit rund 43 Prozent, gefolgt von Drogen und Medikamenten mit etwa 25 Prozent und Verkehrsauffälligkeiten ohne Alkohol oder Drogen mit 19 Prozent. Eine amtliche Aufschlüsselung nach vorbereiteten und unvorbereiteten Personen gibt es nicht.

Die Sperre nach acht Punkten beträgt mindestens sechs Monate. § 4 Absatz 10 StVG bestimmt, dass eine neue Fahrerlaubnis frühestens sechs Monate nach Wirksamkeit der Entziehung erteilt werden darf. Zusätzlich hat die Behörde in der Regel ein Gutachten einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung anzuordnen. Gerichtliche Sperrfristen nach einer Verkehrsstraftat treten daneben und können deutlich länger sein.

Wie lange ein positives Gutachten verwertbar bleibt, regelt die FeV nicht. Eine ausdrückliche Verfallsfrist fehlt; die Beurteilung ist abhängig von der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde. Da das Gutachten nach Anlage 4a FeV anlassbezogen erstellt wird, verliert es mit Zeitablauf an Aussagekraft — reichen Sie es zügig mit dem Antrag auf Wiedererteilung ein.

Vermeiden Sie diese Fehler

Häufige Fehler und ihre Folgen

Die gesetzte Frist verstreichen lassen. Das ist der teuerste Fehler überhaupt: Nach § 11 Absatz 8 FeV darf die Behörde bei Verweigerung oder nicht fristgerechter Beibringung auf die Nichteignung schließen. Die Fahrerlaubnis wird dann entzogen oder der Antrag abgelehnt, ohne dass jemals ein Gutachter Ihren Fall geprüft hat. Ein Verlängerungsantrag muss vor Fristablauf gestellt und begründet werden.

Zu spät mit dem Abstinenznachweis beginnen. Der Nachweiszeitraum zählt erst ab der ersten ordnungsgemäß dokumentierten Probe. Wer erst nach der Terminvereinbarung startet, kann einen Zwölf-Monats-Beleg nicht rechtzeitig vorlegen und verliert ein ganzes Jahr. Melden Sie sich unmittelbar nach Erhalt der Anordnung im Programm an.

Auf einen nicht verwertbaren Nachweis setzen. Selbst geführte Protokolle, Atteste des Hausarztes, Apothekentests oder angekündigte Termine erfüllen die Anforderungen nicht. Die Begutachtungsstelle verwirft solche Belege, und die investierten Monate sind verloren — das Verfahren beginnt beim Abstinenzzeitraum wieder von vorn. Klären Sie vor der ersten Probe schriftlich, ob das Programm den anerkannten Beurteilungskriterien entspricht.

Die Fragestellung nicht lesen. Wer sich auf eine Alkoholfragestellung vorbereitet, obwohl die Behörde nach Betäubungsmitteln oder nach Verkehrsauffälligkeiten fragt, bereitet sich am Prüfungsmaßstab vorbei vor. Die Begutachtungsstelle darf nach Anlage 4a FeV nur die gestellte Frage beantworten. Das Ergebnis ist ein negatives Gutachten trotz erheblicher Vorbereitung.

Einer „MPU-Garantie“ vertrauen. Kein Anbieter kann ein Ergebnis zusichern, denn das Gutachten erstellt eine unabhängige Begutachtungsstelle. Anlage 4a FeV verbietet dem Gutachter sogar ausdrücklich, vertraglich mit der Beratungs- oder Rehabilitationseinrichtung verbunden zu sein, die Sie zuvor betreut hat. Wer mit Bestehensquoten von über 90 Prozent wirbt, nennt eine Zahl, die keine amtliche Statistik hergibt — Sie zahlen dafür meist vierstellig.

Cannabis nach der alten Rechtslage einordnen. Seit 2024 gilt der eigenständige § 13a FeV, und im Ordnungswidrigkeitenrecht der THC-Wert von 3,5 ng/ml nach § 24a Absatz 1a StVG. Wer sich auf ältere Darstellungen zur pauschalen Drogen-MPU verlässt, unterschätzt oder überschätzt seine Lage und trifft im Gespräch falsche Aussagen zum eigenen Konsummuster.

Ein negatives Gutachten unaufgefordert einreichen. Sobald Sie es der Behörde vorlegen, wird es Bestandteil der Führerscheinakte und liegt bei jeder späteren Anordnung wieder auf dem Tisch. Sie sind zur Vorlage nicht verpflichtet. Prüfen Sie das Ergebnis zuerst in Ruhe und entscheiden Sie dann, ob Sie nachbessern und erneut antreten.

Mit einem veralteten Budget planen. Wer 350 Euro einkalkuliert, weil ältere Ratgeber die entfallene GebOSt-Position zitieren, steht am Untersuchungstag ohne Zahlungsfähigkeit da. Ohne Bezahlung wird das Gutachten nicht erstellt, der Termin verfällt und die Behördenfrist läuft weiter. Lassen Sie sich das Angebot vorab schriftlich geben und rechnen Sie die Abstinenznachweise ein.

Das Fahreignungsseminar mit der MPU verwechseln. Das Seminar nach § 4 Absatz 7 StVG hilft nur bei einem Punktestand von einem bis fünf Punkten und nur einmal in fünf Jahren. Wer bereits acht Punkte erreicht hat, verliert die Fahrerlaubnis unabhängig davon und muss anschließend die MPU beibringen. Die Seminargebühr ist dann eine Ausgabe ohne jede Wirkung auf das laufende Verfahren.

Häufig gestellte Fragen

Fragen und Antworten zur MPU

Was kostet die MPU 2026?

Für die MPU gibt es keine amtliche Gebühr: Seit dem 1. August 2018 ist die frühere Gebührenposition der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr entfallen, seither kalkulieren die amtlich anerkannten Begutachtungsstellen ihre Preise selbst. In der Praxis liegen die Beträge 2026 je nach Fragestellung und Anbieter bei etwa 550 bis 850 Euro bei Alkoholfragestellungen, rund 700 bis 1.000 Euro bei Betäubungsmitteln und ungefähr 500 bis 700 Euro bei Verkehrsauffälligkeiten. Hinzu kommen Abstinenznachweise, eine etwaige Beratung und die Verwaltungsgebühr für die Wiedererteilung.

Wie hoch ist die Durchfallquote bei der MPU?

Nach den von der Bundesanstalt für Straßenwesen veröffentlichten Zahlen wurden im Jahr 2024 insgesamt 75.257 Begutachtungen durchgeführt; knapp 57 Prozent fielen geeignet aus, gut 39 Prozent nicht geeignet und gut 4 Prozent endeten mit einer Kursempfehlung. Eine amtliche Statistik, die nach vorbereiteten und unvorbereiteten Personen unterscheidet, existiert nicht. Werbeaussagen wie Bestehensquoten von über 90 Prozent nach einem bestimmten Kurs sind daher nicht belegbar.

Kann ich die Begutachtungsstelle frei wählen?

Ja. § 11 Absatz 6 FeV bestimmt ausdrücklich, dass die Fahrerlaubnisbehörde Ihnen mitteilt, dass Sie die Begutachtungsstelle selbst auswählen können; eine bestimmte Stelle darf sie Ihnen nicht vorschreiben. Zur Auswahl stehen alle amtlich anerkannten Begutachtungsstellen für Fahreignung, etwa TÜV, DEKRA, GTÜ, AVUS oder pima-mpu. Da die Preise frei kalkuliert werden, lohnt ein Vergleich mehrerer Stellen vor der Terminvereinbarung.

Muss ich ein negatives MPU-Gutachten der Behörde vorlegen?

Nein. Das Gutachten wird zunächst Ihnen übermittelt, und Sie entscheiden, ob Sie es weitergeben. Das hilft allerdings nur begrenzt: Wird das angeordnete Gutachten nicht fristgerecht beigebracht oder die Untersuchung verweigert, darf die Fahrerlaubnisbehörde nach § 11 Absatz 8 FeV auf die Nichteignung schließen und die Fahrerlaubnis entziehen beziehungsweise den Antrag ablehnen.

Wann wird eine MPU wegen Cannabis angeordnet?

Seit der Cannabis-Reform 2024 gilt für Cannabis ein eigener Paragraf: § 13a FeV regelt die Klärung von Eignungszweifeln bei Cannabisproblematik und sieht je nach Fallgestaltung ein ärztliches oder ein medizinisch-psychologisches Gutachten vor. Im Ordnungswidrigkeitenrecht gilt seit dem 22. August 2024 der Grenzwert von 3,5 Nanogramm THC je Milliliter Blutserum nach § 24a Absatz 1a StVG; für Fahranfänger in der Probezeit und Personen unter 21 Jahren besteht nach § 24c StVG ein absolutes Cannabisverbot am Steuer.

Wie lange dauert die MPU und wann kommt das Gutachten?

Die Fahrerlaubnis-Verordnung schreibt weder eine Untersuchungsdauer noch eine Frist für die Erstellung des Gutachtens vor; beides ist abhängig von der zuständigen Begutachtungsstelle und wird bei der Terminvereinbarung mitgeteilt. Feststeht nur der Aufbau nach Anlage 4a FeV: medizinische Untersuchung, computergestützter Leistungstest und psychologisches Untersuchungsgespräch. Maßgeblich ist die Frist, die Ihnen die Behörde nach § 11 Absatz 6 FeV für die Beibringung gesetzt hat.

Ab wie vielen Punkten droht die MPU?

Bei acht oder mehr Punkten im Fahreignungsregister gelten Sie nach § 4 Absatz 5 StVG als ungeeignet, und die Fahrerlaubnis wird entzogen. Für die Neuerteilung bestimmt § 4 Absatz 10 StVG eine Sperre von mindestens sechs Monaten ab Wirksamkeit der Entziehung; zusätzlich hat die Behörde in der Regel ein Gutachten einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung anzuordnen. Die MPU ist also nicht die Folge des achten Punktes selbst, sondern Voraussetzung dafür, die Fahrerlaubnis danach zurückzuerhalten.

Übernimmt die Krankenkasse oder die Behörde die MPU-Kosten?

Nein. Sämtliche Kosten der Begutachtung, der Abstinenznachweise und einer freiwilligen Vorbereitung trägt die betroffene Person selbst; eine Erstattung durch die Fahrerlaubnisbehörde oder die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht vorgesehen. Auch ein positives Ergebnis führt nicht zu einer Rückzahlung. Amtlich festgesetzt ist nur die Verwaltungsgebühr für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis.

Ist das Fahreignungsseminar eine MPU-Vorbereitung?

Nein, es handelt sich um zwei getrennte Instrumente. Das Fahreignungsseminar nach § 4 Absatz 7 StVG ist ein freiwilliges Angebot bei einem Punktestand von einem bis fünf Punkten und bringt einmal innerhalb von fünf Jahren einen Punkt Abzug; ab sechs Punkten wirkt es sich auf den Punktestand nicht mehr aus. Für die Wiederherstellung der Kraftfahreignung nach Alkohol- oder Drogenauffälligkeit sind stattdessen Kurse nach § 70 FeV und die verkehrspsychologische Beratung nach § 71 FeV vorgesehen.

Wie lange ist ein positives MPU-Gutachten gültig?

Die Fahrerlaubnis-Verordnung enthält keine ausdrückliche Verfallsfrist für ein positives Gutachten; wie lange es verwertet wird, ist abhängig von der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde und vom Einzelfall. Da das Gutachten nach Anlage 4a FeV anlassbezogen erstellt wird, verliert es an Aussagekraft, sobald sich der Sachverhalt ändert oder erhebliche Zeit vergeht. Reichen Sie ein positives Gutachten deshalb zügig zusammen mit dem Antrag auf Wiedererteilung ein.

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